Freitag, 14. Januar 2011
Meine Selbstständigkeit hatte mich vor dem Arbeitslosengeld zwei bewahrt. Ich bin vor fast fünf Jahren von meinem Chef wegen schlechter Auftragslage entlassen worden. Dann dümpelte ich als Arbeitsloser regelrecht dahin, denn das Geld war knapp. Es gab fast ausschließlich Jobangebote, bei denen sollte ich per Montage durch Deutschland tingeln. Als alleinerziehender Vater war das natürlich nicht drin. Aber auch so finde ich es keine optimale Lösung, das man die Leute ständig auf Montage schicken muss. Mit einem vernünftigem Arbeitsangebot hatte es jedenfalls leider nicht geklappt und weil ich für mich und meinen Sohn sorgen wollte, musste ich mir etwas einfallen lassen. So hatte ich beschlossen, mich als Gas- und Wasserinstallateur selbstständig zu machen. Meinen Meister hatte ich glücklicherweise bereits in der Tasche, doch das mit einer Selbstständigkeit kam dank meiner Anstellung bis vor fünf Jahren nie in Frage. Dann aber, wo mein Sohn zur Schule ging und ich sowieso sonst ohne Job dagestanden hätte, beschloss ich mein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Einen
Kredit für Handwerker benötigte ich nicht, da ich über Ersparnisse verfügte und mir meine Eltern einen zinslosen Kredit gaben. Ich möchte gar nicht daran denken, wie es gekommen wäre, wenn ich von meinen Eltern diese Unterstützung nicht hätte bekommen können. Dann jedenfalls hätte ich bei der Bank doch um einen Kredit für Handwerker anfragen müssen. So aber konnte ich dank Überbrückungsgeldern mein Unternehmen bestens aufbauen. Meine erhaltenen Aufträge steigerten sich seit Firmengründung. Dadurch stimmt die Auftragslage und ich habe sogar auch schon zwei Mitarbeiter. Was mir immer wieder erneutes Kopfzerbrechen bereitet, ist die Tatsache, dass die Zahlungsmoral der Kunden einfach völlig daneben ist. Ich bin ziemlich oft am Mahnungen schreiben, das macht wirklich keinen Spaß, habe ich doch viel Besseres zu tun.